Aktionsvorschlag
zum 31. Juli 2007: Öffentlich Zielpyramiden bauen!
Am
31. Juli verhandelt das Verwaltungsgericht Potsdam in
einem Musterverfahren über drei der zwanzig Klagen
gegen die Einrichtung eines Luft-Boden-Schießplatzes auf dem
Gelände des ehemaligen sowjetischen Bombodroms in
der Kyritz-Ruppiner Heide.
Das Bundesverteidigungsministerium
scheint mehr denn je entschlossen, die Kriegsübungen in der
Heide durchzusetzen. Der Inspekteur der Luftwaffe, Klaus-Peter
Steglitz, ist diese Woche mit drei Aussagen an die Presse getreten:
-
die Planungen der Bundeswehr seien nicht zu beanstanden;
- die
Bundeswehr brauche den Platz, insbesondere um ihren Aufgaben im Kampf
gegen den Terrorismus nachzukommen;
- die Bundeswehr wolle
Milliarden investieren und in der Region Arbeitsplätze schaffen,
wenn sie den Luft-Boden-Schießplatz in Betrieb nehmen
könne.
Das sieht nach einer Propaganda-Offensive der
Bombodrom-Befürworter aus. Am 7. Juni wurde außerdem
bekannt, dass die Ministerpräsidenten von Bayern und
Niedersachsen, Stoiber und Wulff, sich bei der Bundesregierung für
eine baldige Aufnahme des Übungsbetriebs verwendet haben.
Uns
ist die Idee gekommen, der Verhandlungstermin in Potsdam könne
ein guter Anlass sein, um bundesweit an verschiedenen Orten zu
zeigen:
- die Planungen der Bundeswehr sind zu beanstanden,
weil sie dem Krieg dienen und nicht dem Frieden
- die Bundeswehr
würde den Platz nutzen, um zu üben, wie sie Terror über
Menschen bringen kann - denn nichts anderes ist der Einsatz von
Jagdbombern
- Investitionen aus Steuergeldern sollten für
zivile Konfliktbearbeitung verwendet werden, sie würden in
diesem Bereich deutlich mehr und sinnvollere Arbeitsplätze
schaffen
und vor allem: Wenn die Bundeswehr das Bombodrom in
Betrieb nimmt, wird es dagegen massiven Widerstand geben.



Unser
konkreter Aktionsvorschlag an Euch
Datum:
Samstag, den 28.7., Montag, den 30.7. (nach Feierabend)
oder Dienstag, den 31.7. (nach Feierabend)
Ort:
öffentliche Plätze,
Fußgängerzonen, Militäreinrichtungen, ggf. auch
Amtssitze von Stoiber, Wulff, Jung, Merkel
Aktivität:
- öffentliches Nachbauen von Zielpyramiden (oder
Aufstellen vorbereiteter Pyramiden)
- Verbreitung von
Informationen zum Bombodrom
- Sammeln von Unterschriften unter die
Erklärung der Kampagne "Bomben nein - wir gehen rein "
(Ankündigung von Zivilem Ungehorsam für den Fall der
Inbetriebnahme des Bombodroms*)
- begeleitende Pressearbeit
Was
wir euch anbieten
- Bauanleitung für Pyramiden
-
Material für einen Infotisch
- Unterschriftenlisten "Bomben
nein - wir gehen rein"
- bei Bedarf leihweise rosa
pyramidenförmige Zelte für die, die nicht selber bauen
wollen
- evtl. könnten wir die pyramidenförmigen Hüte
mit der Aufschrift "Jedes Ziel ist ein Zuhause" nochmal
drucken lassen, die beim Aktionstag am 1.6. zum Einsatz gekommen sind
und sich sehr gut bewährt haben, u.a. als Fotomotiv für die
Presse
- Aktuelle Infos zum Prozess
- Bei Bedarf
Muster-Pressemitteilungen, in die ihr nur noch einige Sätze zu
Eurer konkreten Arbeit und Aktion vor Ort einfügen müsst
-
bundesweite Pressearbeit zu den Aktionen
- Dokumentation der
Aktionen auf unserer Webseite als Anregung für weitere
Pyramidenaktionen
Wir sind uns bewusst, dass nur noch wenig
Zeit ist bis zum 31.7. und dass viele um die Zeit in Urlaub sein
werden. Andererseits bietet es sich an, zu diesem Zeitpunkt etwas zu
machen: Durch den Prozess wird es Medienaufmerksamkeit für das
Thema geben, die können wir verstärken und für uns
nutzen. Unserer Einschätzung nach hängt der "Erfolg"
der Aktion auch nicht davon ab, dass "alle" mitmachen,
sondern jede einzelne Aktion ist für sich sinnvoll.
Bitte
lasst uns wissen, ob Ihr Euch an der Aktion beteiligt und was Ihr von
uns braucht.
Herzliche Grüße aus der
Sichelschmiede
von Bert und Ulli
* Erklärung
"Bomben nein - wir gehen rein":
"Wenn die
Bundeswehr das Gelände in Betrieb nimmt, werden wir auf den
Platz gehen, um die Einsätze durch unsere Anwesenheit zu
behindern, damit:
• keine weitere Vorbereitung von
Angriffskriegen auf dem Gelände des ehemaligen
Bombodroms
stattfinden kann,
• die Bevölkerung rund um das Gelände
und in den Einfluggebieten nicht die
Fortsetzung von 40 Jahren
Luftkriegsübungen erleiden muss,
• das Unrecht aus der Ära
Stalins nicht in bundesdeutsches Recht umdefiniert
wird,
•
die Natur in der Region nicht noch mehr verseucht und zerstört
wird,
• die Steuermittel produktiven und sozialen Zwecken
dienen können und
• die Kyritz-Ruppiner Heide endlich
wieder zivil genutzt wird. "
Sichelschmiede
Dorfstr.
8
16909 Rossow
033964-60868
www.sichelschmiede.org