- Keine Kriegsdienstpropaganda in der Arbeitsagentur | Do, 14. Juni 2007 (Bochum)
Pressemitteilung
14. Juni 2007
Bochumer
Friedensplenum
c/o Ludwig Quidde Forum, Brückstr. 46,
Bochum
Protest
gegen Bundeswehreinsatz in Bochum
Die
Bundeswehr hat heute erneut versucht, in der Bochumer Arbeitsagentur
Nachwuchs zu rekrutieren. Das Bochumer Friedensplenum hatte zum
Protest dagegen aufrufen. In einem Flugblatt wurde darauf
hingewiesen, dass die Bundeswehr große Probleme hat, Nachwuchs
zu finden, der sich zum Töten ausbilden lässt. Die
Bundeswehr hat deshalb eine Offensive gestartet, wie sie die
Massenarbeitslosigkeit nutzen kann, um Menschen, denen unsere
Gesellschaft keine andere Perspektive bietet, die Ausbildung zum
Töten akzeptabel machen kann.
Mehrere Demonstrantinnen und
Demonstranten legten sich mit weißen Tüchern bedeckt vor
den Eingang der Arbeitsagentur, um gegen diesen Bundeswehreinsatz zu
protestieren.
Die Aktiven des Friedensplenums waren sehr angenehm
überrascht, wie groß das Interesse und der Zuspruch für
die Aktion war. Bereits nach einer Stunde waren die 500 mitgebrachten
Flubblätter verteilt. Annemarie Grajetzky: "Selten sind wir
bei einer Aktion so oft für unser Engagement gelobt worden."
Die
Bundeswehroffiziere standen während der Aktion rauchend im Foyer
des Arbeitsamtes. Ihre Werbeangebote fanden kein Interesse.


Der
Text des Flugblattes, das vor der Arbeitsagentur verteilt
wurde:
Keine Kriegsdienstpropaganda in der
Arbeitsagentur!
Nachdem Deutschland zwei Weltkriege
angezettelt und verloren hatte, war es nach 1945 etwas schwierig
geworden, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass es gut
ist, wenn Deutschland über eine Armee verfügt. Mit viel
List und Tücke hat die Adenauerregierung in den 50er Jahren eine
Remilitarisierung durchgesetzt. Es wurde aber versprochen und im
Grundgesetz verankert, dass die Bundeswehr ausschließlich zu
Verteidigungszwecken eingesetzt werden darf.
Mittlerweile ist
diese grundgesetzlich verankerte Beschränkung des deutschen
Militärs nicht mehr das Papier wert, auf dem es steht. Die
Bundeswehr hat zusammen mit der Nato Jugoslawien zerbombt und hat
seine SoldatInnen mittlerweile an vielen Stellen der Welt im Einsatz.
Die Bundeswehr ist auf dem Balkan oder in Afghanistan zu einer ganz
normalen Kriegsarmee geworden.
Positiv ist, dass ein großer
Teil der bundesdeutschen Bevölkerung nach wie vor die
Kriegspolitik der Bundesregierung äußerst skeptisch
betrachtet. So kommt es, dass die Bundeswehr große Probleme
hat, Nachwuchs zu finden, der sich zum Töten ausbilden
lässt.
Die Bundeswehr hat deshalb eine Offensive gestartet,
wie sie die Massenarbeitslosigkeit nutzen kann, um Menschen, denen
unsere Gesellschaft keine andere Perspektive bietet, die Ausbildung
zum Töten akzeptabel machen kann.
Heute ist ein
Hauptfeldwebel der Bundeswehr hier in der Agentur für Arbeit und
will Arbeitslose ködern, sich zum Töten ausbilden zu
lassen.
Einige friedensbewegte, antimilitaristische Menschen
protestieren heute dagegen, dass die Bundeswehr hier Propaganda
machen darf. In Köln, Berlin oder Bielefeld hat die Agentur für
Arbeit die Bundeswehr bereits vor die Tür gesetzt.
Auch in
Bochum wollen wir die Werber für den Kriegsdienst vertreiben.
Bitte unterstützen Sie uns. Protestieren Sie gegen die
Anwesenheit von Militärs in der Agentur für Arbeit.