- Störung von Innen: Bundeswehr-Werber am Arbeitsamt | Do, 1. März 2007 (Köln)

Zum dritten Mal kann die Werbeveranstaltung der Bundeswehr in der Kölner Arbeitsagentur Luxemburger Str. nicht ungestört stattfinden. Diesmal besuchten 15 AntimilitaristInnen die Arbeitsagentur allerdings schon deutlich vor Beginn der Werbeshow. Den MitarbeiterInnen des Arbeitsamts wurde zur Diskussion ein offener Brief gereicht. Darin werden sie aufgefordert, den Rekrutierungsveranstaltungen der Bundeswehr ein Ende zu bereiten. "Trotz (und gerade in) größter Perspektivlosigkeit darf niemand animiert werden, als Zeitsoldat zum Bund und damit zum mittlerweile vepflichtenden Auslandseinsatz zu gehen!" Trotz gelegentlich erteilter Hausverbote konnten rund 70% der Mitarbeiter erreicht werden und hunderte von Aufklebern "Army go raus - aus dem Arbeitsamt" angebracht werden.

Die Veranstaltung selbst wurde von etwa zehn Feldjägern drinnen und draußen "geschützt". Die waren nach dem Eklat am 25. Januar nun in zivil und ohne erkennbare Waffen einmarschiert - aber das kann die Empörung von AntimilitaristInnen, Personalrat und einigen MitarbeiterInnen der Agentur wohl kaum mildern. Ob mit oder ohne Uniform konnten sie die Gruppe nicht an der Teilnahme und Umgestaltung der Veranstaltung selbst hindern. Nach einstündiger Befragung durch die KriegsgegnerInnen konnten die Militärs ihre angespannte Souveränität nicht weiter aufrecht halten. Der Wehrdienstberater wurde von seinem Vorgesetzten abgelöst. Doch auch dieser konnte nicht mit zufriedenstellenden Antworten aufwarten. Spannend war die Gruppendiskussion mit den vier zunächst ernsthaft am Beruf des Soldaten interessierten ...

Begleiten wir die Bundeswehr auch bei ihrem nächsten Einsatz in der Arbeitsagentur! Schwerter zu Stecknadeln!

An die MitarbeiterInnen der Arbeitsagentur:
Uns interessiert Ihre Meinung dazu und wir bitten Sie auch weiterhin um Informationen (anonym) an: bundeswehr-wegtreten@arcor.de 
(Aus Erfahrung: Nutzen Sie für die Übermittlung von vertraulicher Information bitte nicht Ihren Internetzugang am Arbeitsplatz)
Mitteilung an die MitarbeiterInnen

einszweidrei