- Außendienst der Bundeswehr am Arbeitsamt außer Dienst | 30. November 2006
Der zunehmende Druck für Erwerbslose, jeden noch so beschissenen Job annehmen zu müssen, lockt die Bundeswehr, immer offensiver für den "Job" der SoldatIn zu werben. In Kamp-Lintfort biedert sich die Bundeswehr derzeit an, einen Teil der entlassenen BenQ/Siemens MitarbeiterInnen "übernehmen" zu wollen. So wie in fast allen Städten versucht die Bundeswehr bei der Kölner Arbeitsagentur regelmäßig, junge Arbeitslose mit Anzeigen und Werbeveranstaltungen anzuwerben.  Selbst Militärsoziologen sagen: „Wer berufliche Alternativen hat, geht nicht zur Bundeswehr“. Durch die hohe Arbeitslosigkeit scheint der Soldatenberuf jedoch für einige attraktiv zu werden. Die Bundeswehr als Arbeitgeber hebt die Vorteile des Soldatenberufs, wie Arbeitsplatzsicherheit, hohes Einkommen usw. hervor und unterschlägt bei ihrer Werbung den wahren Charakter des Soldatenberufs. Dies liegt in der Natur seiner Arbeitgeberposition. So wird einem Dachdeckerlehrling vor Beginn seiner Ausbildung auch nicht mitgeteilt, dass sein Beruf die höchste Rate an tödlichen Arbeitsunfällen aufweist. Während der Dachdecker aber nur sein eigenes Leben verlieren kann, beschäftigt sich der Soldat ganz zielorientiert mit der Auslöschung des Lebens von Anderen. Dass derlei Tun, welches unter normalen Umständen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer rechtliche Konsequenzen und gesellschaftliche Ächtung nach sich ziehen würde, in einem Anwerbegeschehen unerwähnt bleiben wird, liegt demnach auf der Hand. 

Am 30. November kamen rund 30 AntimilitaristInnen vor dem Berufsinformationszentrum am Kölner Arbeitsamt zusammen, um die dortige Werbeveranstaltung des Wehrdienstberaters "umzugestalten". Der offene Aufruf zu diesem Termin unter den rund 100 UnterstützerInnen der in Köln wegen Volksverhetzung angeklagten KriegsgegnerInnen (siehe unten) schien dem Wehrdienstberater genügt zu haben, seine (für dieses Jahr letzte) Veranstaltung komplett abzusagen. So kamen der eigens entworfene Musterungsbogen und das obligatorische Bewerbungsfoto vor der Fotowand zunächst nicht zum Einsatz - Den KriegsgerInnen war es recht. Die sechs offenen Veranstaltungs- und Beratungstermine für das nächste Halbjahr stehen bereits fest: 25. Januar, 1. März, 29. März, 26. April, 24. Mai und 28. Juni.

- Flublatt für Bundeswehrinteressierte
- Armee der Arbeitslosen - Sozialabbau als Rekrutierungshilfe der Bundeswehr


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