- Tumult im Gerichtssaal  (Bericht vom 1.Prozesstermin) | 26. Oktober 2006
Amtsgericht Köln, Luxemburger Str. 101, Saal 13
Treffpunkt zur Protestaktion: 9 Uhr vor dem Amtsgericht

Zum Prozessauftakt nach mehr als einstündiger Verspätung fanden etwa 80 UnterstützerInnen dicht gedrängt Platz im VerhandlungsSaal des Kölner Amtsgericht. Unmittelbar nach Verlesung der Anklageschrift wurde die Sitzung für eine Mittagspause unterbrochen. Als die Justitzvollzugsbeamten nach der Pause in Schlägerformation nur noch soviele Leute wie vorhandene Plätze in den Saal lassen wollten (etwa 50), knallte es. Nach unmittelbaren Attacken seitens der Beamten war Schluss mit Lustig - die Leute verschafften sich Zutritt zum Saal. Die Öffentlichkeit schien zunächst wieder hergestellt. Doch wenn man dem Schließer seine einzige Entscheidungsbefugnis (Tür auf oder zu) wegnimmt, wird er panisch. Die Situation wurde sehr unübersichtlich. Es hatte gewissen Unterhaltungswert, als einer der Schergen der Richterin drohte, seinen Job als Justizvollzugsbeamter hinzuschmeissen, wenn sie nicht sofort die Saalordnung wiederherstellen lasse. Die Richterin entschied, beide für gestern angesetzten Prozesse auf Donnerstag, den 23. November im größten Saal des Amtsgerichts zu vertagen.

Die Angeklagten sind begeistert über soviel und so offensive Unterstützung.

Wir bedanken und für das starke Interesse und veröffentlichen vor dem nächsten Prozesstermin einen Reader zur weiteren inhaltlichen Auseinandersetzung. Darin findet ihr unter anderem eine ausführliche Erläuterung, warum die vier Angeklagten gegen General a.D. Prof. J. Schnell von der Bundeswehrhochschule in München Strafanzeige gestellt haben. Ihr Vorwurf lautet: Vorbereitung eines Angriffskrieges
Protest vor dem ProzessInfotischfansam Arbeitsamt nebenan
Protestaktion vor dem Prozess: Rede-Beiträge (auch zum Thema Arbeitslose und Bundeswehr), Lesung aus Neue Vahr Süd v. Sven Regner, Musik, live und Konserve

- Aufruf (kurz)
- Aufruf (lang)
[aus dem Aufruf:
... Wir wenden uns gegen die Vorstellung, dass die Bundeswehr als bewaffnete patriarchale Bande auch
 nur theoretisch dazu in der Lage wäre, irgend etwas Konstruktives
im Sinne dieses multidimensionalen
Sicherheitsbegriffs zu leisten. Im Gegenteil: Offiziere, die
sich selber in der Tradition der deutschen
Wehrmacht sehen, und
Jungmänner, die gelegentlich Vergewaltigungen oder Geiselerschießungen üben,
eine Sondereinheit (KSK), die jeder parlamentarischen und öffentlichen Kontrolle entzogen ist ,
ziehen – strafrechtlich immun – schwer bewaffnet durch Afghanistan.
- DAS IST TERROR! ]

- Bericht Neue Rheinische Zeitung (26.10.06)
- "Bundeswehr auflösen!" - Interview mit einer Angeklagten
- Pressemitteilung


Die AktivistInnen freuen sich über solidarische Unterstützung
und Aktionen zur Begleitung der Auseinandersetzung.
Kontakt:   bundeswehr-wegtreten@arcor.de

Spenden sind ebenfalls herzlich willkommen:

KunÖ e.V.
Kto:13706600
Blz: 430 609 67  (GLS Bank)
Stichwort: Frieden und Kommunikation

- Unterstützungserklärung
[Attac Köln, Die Linke.PDS KV Köln, Friedensinitiative Sülz-Klettenberg, kein mensch ist illegal Köln, Kölner Aktionsbündnis gegen Krieg und Rassismus, Kölner Friedensforum, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Netzwerk Friedenskooperative Bonn, PAX AN, Pax Christi Bonn, Radikale Linke Köln, VVN-BdA Köln, Lucha Amada]
- Solidaritätserklärung (Bremer GewerkschafterInnen und Antifa)